








4. März 2025. Also falls Schlagerikone Udo Jürgens (1934–2014) Recht hat, dann startet der Dellbrücker Dienstagszug jetzt erst so richtig durch. Jeckes Jubiläum feiert er am Karnevalsdienstag, als es von Hagedorn- über Talstraße, den Grafenmühlenweg, Erna- und Urnenstraße, an der S-Bahn-Haltestelle vorbei über die Dellbrücker Hauptstraße bis zur Einmündung der Strundener Straße heißt: „D’r Zoch kütt!“ Denn es handelt sich um den offiziell 66. Dellbrücker Dienstagszug.
Als eine der größten Gruppen ist die KGS dabei. 215 Kinder und Erwachsene haben sich als Chamäleons verkleidet. Selbstgebastelt, na klar. „Boh, sieht dat ävver schön us!“, ruft einer der Kommentatoren vom Straßenrand, als der Lindwurm im Schritttempo an der Hünenstraße an ihm vorbeizieht. „Guck mal, bis hinten zur Urnenstraße, nichts als Chamäleons, is dat schön bunt!“ Und das ist es wirklich, rot und grün und blau und gelb leuchten die Kostüme im Sonnenschein. Ist Glitzer auf die tierischen Köpfe mit den Kulleraugen appliziert, funkelt es besonders jeck. „Mer zesamme sin bunt“, ist ja auch das Motto der Gruppe.
Sie ist eine von 50, mit der das Festkomitee Dellbrücker Dienstagszug alljährlich kalkuliere, schreibt Uwe Schäfer im Kölner Stadt-Anzeiger. Thomas Andree, Jan Kohlenberg, Albert Ast und Daniel Roderigo verantworten die Zugleitung. Und sie stehen in einer sehr langen Tradition: Bereits für das Jahr 1905 sei der Zug belegt, schreibt Schäfer, damals hätten die Teilnehmenden die schlechten Wegeverhältnisse in Dellbrück angeprangert. Vor allem die Hauptstraße, die im Volksmund nur Schlammbadstaße geheißen habe.
Ob es aber an den Schlaglöchern liegt, von denen es im Stadtteil reichlich gibt? Auf alle Fälle muckt der Bagagewagen der KGS in Höhe des Hotels Uhu an der Dellbrücker Hauptstraße, die Schulleitung lässt ihn umgehend ausscheren aus dem Lindwurm, letzte Bons werden rasch eingetauscht, der Rest der Kamelle in Kinderbeutel verteilt. Und dann geht’s ausschließlich mit Fußstärken weiter, die Chamäleons werfen Lollis und Kaustangen, Backförmchen und Teebeutel aus Kautschuk, Erdnussflips und Salzbrezeln, Strüßjer und Bützjer in die jubelnde Menge. „Welche Schule ist das?“, fragt eine Dame am Straßenrand nach. „Die KGS“, schallt es ihr im Chor entgegen. „Oh, ihr seid aber schön bunt“, lobt sie.
Mal schauen, wie es im kommenden Jahr wird, zur 67. Auflage des Dienstagszugs. Das Karnevalsteam der KGS hat jedenfalls schon erste Kostümideen.
(Verena Bettels)
27. Februar 2025. Von wegen Weiberfastnacht, Kinderfasteleer heißt es zu Beginn der tollen Kölner Karnevalstage an der KGS. Für fast alle Schülerinnen und Schüler beginnt der Tag mit einem Klassenfrühstück. Sie teilen Brötchen und Pfannkuchen, Nussnougatcreme und Erdbeermarmelade, Fleischwurst und Tomatenaufstrich, Äpfel und Paprika, Kekse und Gummibärchen. Die älteren Kinder finden das teils so gemütlich, dass sie den Morgen mit Erzählen und Essen verbringen, die Jüngeren wollen lieber noch etwas spielen. Die Reise nach Jerusalem etwa, Stopptanz oder Menschen-Memory. Modenschauen gibt’s auch, na klar, es gibt ja reichlich Kostüme zu bestaunen.
Und schließlich schallt das vielleicht klassischste aller Karnevalsgeräusche über den Hof des Standortes Thurner Straße: die decke Trumm, Schulsozialarbeiter Tobias Meier schlägt den Takt und in einer gut 200 Köpfe zählenden Polonaise geht’s kreuz und quer über den Schulhof, bis die Karawane vor der Turnhalle stoppt. Dort begrüßt Musiklehrerin Laura Holtbernd die Jecken und moderiert eine Karnevalsparty unter anderem mit Kostümshow, einem Tanz der Viertklässler und schließlich einem großen Kreis aller. Zum Bläck-Fööss-Klassiker „In unserm Veedel“ wiegen sich die Feiernden auf dem Schulhof im Takt, „denn he hällt m’r zesamme, ejaal wat och passet“, an unsrer KGS.
Leev Jecke, habt tolle Tage, am Dienstag sehen wir uns am Zoch!
Verena Bettels